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Literatur |

Interview mit den Autoren des Lehrbuchs "Telematik- und Wirtschaftssysteme in der vernetzten Wirtschaft"
Seit kurzem lässt ein neues Lehrbuch des Instituts für Informatik und Gesellschaft der Universität Freiburg VWA-Studenten Hoffnung schöpfen, endlich in einem Werk und für einen "Nicht-Eingeweihten" verständlich, Erklärungen und Informationen zu den technischen Grundlagen des weltweiten Netzes, des digitalen Wirtschaftens und der IT-Sicherheit zu erhalten. Gabriele Bobka wollte von den Autoren Professor Günter Müller, Michael Kreutzer und Torsten Eymann Näheres erfahren.
Input: Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Telematik?
Eymann: Das Wort ist ein Kunstwort, das die Begriffe Informatik und Telekommunikation in sich vereint. Telematik erforscht zum einen die technischen Voraussetzungen und Anwendungsmöglichkeiten der Informationstechnik, zum anderen aber auch deren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Jeder nutzt das weltweite Netz des Internets, aber kaum einer kennt die tatsächlichen Abläufe. Das Internet hat sich in den vergangenen 30 Jahren mit zum Teil explosionsartigen Innovationsschüben von einem wissenschaftlichen zu einem wirtschaftlich agierenden Kommunikationsmedium gewandelt.
Input: Welche Inhalte vermittelt ihr immerhin 500 Seiten starkes Werk?
Kreutzer: Zunächst klärt das Buch die verwendeten Begriffe, erläutert die technischen Grundlagen der digitalen Datenübertragung, stellt die geschichtliche Entwicklung von Rechnern und Rechnernetzen dar und zeigt die Fortschritte auf, die in Festnetz und mobilem Bereich erzielt wurden. Nach dem Lesen kann auch jeder VWA-Student mit Programmierern mitreden und die eigenen Anforderungswünsche treffsicher formulieren. Dabei haben wir viel Wert auf eine anschauliche Darstellung mit vielen Grafiken und Beispielen gelegt. Die weiteren Kapitel behandeln die Themen digitales Wirtschaften und IT-
Sicherheit.
Input: Verstehen Sie unter digitalem Wirtschaften den elektronischen Handel?
Müller: Auch, aber digitales Wirtschaften geht darüber hinaus. E-Commerce und Neue Ökonomie assoziieren viele mit Skandalen und Zusammenbrüchen überbewerteter Unternehmen. Es besteht aber die Gefahr, dass man das Kind mit dem Bad ausschüttet. Das Kapitel "Digitales Wirtschaften" schafft die Basis für eigene Reflektionen und gibt den Studenten einen Einblick in den Nutzen der Technik. Drahtlose Kommunikation über Funknetze ermöglicht persönliche Mobilität und globale Erreichbarkeit. Der nächste Entwicklungsschritt gehört der "intelligenten" Gerätetechnik, also der Einbettung von Rechnern in Gegenstände des Alltags wie Kühlschränke, Belüftungssysteme, Kleidung oder Sicherheitssysteme. Rechner gewinnen dadurch einen Status der "Allgegenwärtigkeit".
Input: Die Tendenzen erinnern stark an die Visionen eines George Orwell in seinem Roman "1984". Wie steht es um die Sicherheit der persönlichen Daten?
Müller: Informationen bilden symbolisch reale Vorkommnisse ab. Der Zugang und die Fähigkeit, Daten zu ändern ist gleichbedeutend mit der Kompetenz, die abgebildete Wirklichkeit zu interpretieren, möglicherweise auch zu manipulieren. Die Komplexität moderner Informationstechnik steigert die Dezentralisation und Vernetzung von Informationssystemen. Dies führt auch zu neuen Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem Urheberrecht, der Privatsphäre, dem Eigentum sowie der Abwehr von elektronischer Sabotage und Spionage. Sicherheit ist damit nicht nur als Kostenfaktor zu sehen, sondern als Grundlage des Marktes und der Ordnung.
"Telematik- und Wirtschaftssysteme in der vernetzten Wirtschaft" ist im Oldenbourg Verlag erschienen und kostet EUR 44,80.
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