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Mobilfunk:

Von Gabriele BobkaInformation

[Fortsetzung]
Je engmaschiger das Netz der Basisstationen ist, und je optimaler deren Positionierung aus funktechnischer Sicht ist, desto schwächer kann die Leistung des einzelnen Senders sein. Auf der anderen Seite stellt die Bündelung von Sendeanlagen einen geringeren städtebaulichen Eingriff in das Erscheinungsbild eines Baugebietes dar.


Mobilfunkstrahlen – eine Gefahr für die Gesundheit?

Nach einer vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragten repräsentativen Studie vom Mai 2002 halten es zwei Drittel der Bevölkerung für möglich, dass mit dem Mobilfunk Risiken für die Gesundheit verbunden sind. Seit Jahrzehnten bekannt und hinreichend untersucht sind die thermischen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder bei Mensch und Tier. Die Erwärmung wird durch die Absorption der Energie der eindringenden Felder im Körper hervorgerufen. Am bekanntesten ist diese Wirkung bei der Infrarotstrahlung. In der Medizin werden elektromagnetische Felder entsprechend dosiert zur Erwärmung tiefer liegender Gewebeschichten genutzt, um Heilungsprozesse zu beschleunigen. Von bestimmten, starken Strahlungen weiß man, dass sie schaden. Das sind aber in erster Linie „ionisierende“ Strahlen, etwa Röntgenstrahlen. Röntgen- und radioaktive Strahlen durchdringen den Körper und können mit ihrer Energie einzelne Moleküle stören, woraufhin sich eine Körperzelle plötzlich anders weiterentwickeln kann.


Grenzwerte für die Sicherheit

In Deutschland ist der derzeit gültige Grenzwert für hochfrequente elektromagnetische Felder in der 26. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (26. BImSchV) festgelegt. Die maximale Sendeleistung der GSM-Basisstationen für das D-Netz ist auf 50 Watt (W), für das E-Netz auf 20 Watt (W) festgelegt. Als Maß für die Grenzwerte dient die spezielle Absorptionsrate (SAR), gemessen in Watt pro Kilogramm (W/kg) Körpergewicht. Für Handys gilt ein Teilkörpergrenzwert von 0,08 W/kg, da es ausschließlich den Kopf bestrahlt. Um den Schutz der Bevölkerung vor den thermischen Einwirkungen hochfrequenter nichtionisierender Strahlen zu gewährleisten, wurden die Basisgrenzwerte so fest-gelegt, dass eine zusätzliche Erwärmung von Körperbereichen um mehr als ein Grad Celsius mit Sicherheit ausgeschlossen wird. Die Grenzwerte werden von vielen Seiten kritisiert. Das ECOLOG-Institut in Hannover und das Nova-Institut in Hürth fordern eine Reduzierung um etwa den Faktor 1000.  Tipp


Athermische Effekte – die unsichtbare Gefahr?

Die Frage, ob auch solche elektromagnetischen Strahlen die menschliche Gesundheit schädigen können, welche die geltenden Grenzwerte einhalten, ist seit längerem Gegenstand internationaler und fachübergreifender Forschung, die von verschiedenen nationalen und internationalen Fachkommissionen begleitet wird. Diskutiert wird insbesondere die Frage der so genannten athermischen Effekte. Darunter sind Auswirkungen der elektromagnetischen Felder zu verstehen, die zwar keine Temperaturerhöhungen im Körper hervorrufen, möglicherweise jedoch andere Auswirkungen haben. Problematisch ist vor allem die so genannte gepulste Handy-Hochfrequenztechnik. In deren Frequenzbereich arbeitet auch unser Nervensystem. Daraus ergeben sich zahlreiche mögliche Gesundheitsgefahren. Als potenzielle Risiken nennen wissenschaftliche Studien: Nervenreizung, Tumore, Krebs, Zellveränderungen, Stresssymptome, grauer Star, Hormonstörungen, Ohrensausen, Herzinfarkt, Immunschädigung, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche und allgemeines Unwohlsein. Erwiesen ist, dass die durch den Gebrauch eines Mobilfunktelefons verursachten elektromagnetischen Felder ältere implantierte Herzschrittmacher stören können. Dies gilt für rund 30 Prozent der implantierten Herzschrittmacher. Störanfällige Herzschrittmacher können nur dann beeinflusst werden, wenn das Handy auf weniger als 25 Zentimeter an den Herzschrittmacher angenähert wird. Eindeutige Hinweise auf tatsächliche Gefahren durch Elektrosmog fand zumindest die Wissenschaft bislang nicht – entsprechenden Untersuchungsergebnissen folgt die Gegenuntersuchung auf dem Fuße.  Tipp


Forschung tut Not

Um die Forschungsarbeiten laufend sichten und bewerten zu können, hat auch die Strahlenschutzkommission (Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt) eine Arbeitsgruppe mit Experten der verschiedenen betroffenen Fachrichtungen (Medizin, Biologie, Physik, Epidemiologie) gebildet; außerdem fördert die Bundesregierung Vorhaben zur Erforschung der Auswirkungen elektromagnetischer Strahlen auf den Menschen. Von 2002 bis 2005 stellt das deutsche Umweltministerium 8,5 Millionen Euro für die Klärung offener wissenschaftlicher Fragen zum Thema Mobilfunk zur Verfügung. Die Netzbetreiber haben sich verpflichtet, das Programm noch einmal mit der gleichen Summe zu unterstützen.
 [...]Fortsetzung








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