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Freizeitimmobilien als Standortfaktor
Freizeitimmobilien als Standortfaktor

Von Gabriele BobkaInformation

Freizeitimmobilien haben für die Umsetzung attraktiver Immobilienkonzepte am Standort Innenstadt eine große Bedeutung. Hierzu zählen sowohl der
positive Einfluss auf den Umsatz als auch nicht-monetäre Auswirkungen wie der Image-Effekt, die Aufwertung des Wohn- und Freizeitwertes eines Standortes, die stärkere Identifikation der Einwohner und die Attraktivität als Wirtschafts- und Arbeitsstandort. Allerdings verkörpern sie auch ein sehr heterogenes Marktsegment mit besonderen Spezifika. Zu Freizeitimmobilien zählen kulturell genutzte Objekte wie Theater und Kinos ebenso wie Sport- und Wellnessanlagen, Freizeit- und Themenparks.


Im Gegensatz zur klassischen Büroimmobilie hängt die Rentabilität dieser Spezialimmobilien entscheidend vom Mieter sowie vom Betreiber- oder Managementkonzept ab. Eingeschränkte Drittverwendungsfähigkeit, aufwändige Bedarfs-, Standort-, Konkurrenzanalysen und die Schwierigkeit, unabhängige, kompetente Beratungsleistung für dieses Marktsegment einzukaufen, sind bei Investitionen ebenso zu berücksichtigen wie die Fungibilität dieser Immobilienart. Zudem gelten im Freizeitsektor durch die Schnelllebigkeit und hohe Trendabhängigkeit extrem kurze Produktlebenszyklen. Für die
Zukunft werden neben der demografischen Entwicklung vor allem die sich weiter verbessernde Ausstattung der Haushalte mit Home-Entertainment, die Informationstechnologie sowie die veränderten Familienstrukturen und Lebensformen Einfluss auf das Freizeitverhalten und in Folge auf den Freizeitanlagemarkt nehmen. Wie stark diese Einflüsse zum Tragen kommen, hängt davon ab, wie gut es der Freizeitindustrie gelingt, ihr Angebot an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen.


Probleme durch verfehlte Stadtentwicklung
Lange Zeit unterstand die Stadtentwicklung dem Diktat der funktionalen Trennung. Dies führte häufig zur Bildung von reinen Wohn- und Schlafsiedlungen einerseits und Einzelhandels- und Geschäftszentren andererseits. Ganze Stadtteile büßten ein, was den Reiz einer Stadt ausmacht – die Mischung und enge Verzahnung von Leben und Arbeiten. Die entstehenden unwirtlichen Lebensräume förderten, neben den hohen innerstädtischen Baulandpreisen, die Abwanderungen ins Umland. Neben städtebaulichen Gründen sprechen auch wirtschaftliche Überlegungen für den Erhalt der Innenstädte. Denn defizitäre Stadtstrukturen mit leblosen Zentren bedeuten für die betroffenen Städte auch einen Verlust an Attraktivität als Wirtschaftsstandort. Gerade die so genannten „weichen“ Standortfaktoren, wie eine gute städtische Lebensqualität, gewinnen jedoch angesichts der heutigen Mobilität und den neuen Kommunikationsmöglichkeiten zunehmend an Gewicht.


Freizeitimmobilien fördern die Standortqualität
Freizeitimmobilien können die Attraktivität und Bekanntheit ganzer Regionen fördern. Eine bundesweit wohl einmalige Erfolgsgeschichte schreibt der in Rust ansässige Europa-Park. 1975 eröffnete hier ein kleiner Familienbetrieb eine Verkaufsausstellung für Achterbahnen. Nicht jeder glaubte zu Beginn an den Erfolg, die anfängliche Skepsis war groß. „Der Pleitegeier schwebt über Rust“ oder „Was geschieht mit der Freizeitruine im badischen Fischerdorf“, diese beiden nicht gerade euphorischen Schlagzeilen gehörten zu den ersten Presseresonanzen auf die Idee der Familie Mack, im badischen Rust einen
Freizeitpark zu bauen. Doch die Zahlen belehrten Skeptiker bald eines Besseren. 250.000 Gäste kamen im Eröffnungssommer 1975, heute – 30 Jahre später – ist das Familienunternehmen nach dem Kölner Dom das meist besuchte Tourismusziel in Deutschland.

Mit 3,7 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr ist der Europa-Park der mit Abstand größte Freizeitpark in Deutschland. Über 62 Millionen Menschen haben den Park in den vergangenen 30 Jahren besucht. 420 Millionen Euro investierte die Familie Mack in die rund 100 Attraktionen und internationalen Shows, die auf einer Fläche von 70 Hektar Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie bieten. Längst ist der Europa-Park auch eine renommierte Tagungsadresse und ein beliebter Standort für Events und Fernsehproduktionen. Durch konsequenten Ausbau hat er sich vom Tagesausflugsziel zur Destination für Kurzreisen entwickelt. So konnten im Jahre 2004 rund 320.000 Übernachtungen in den Europa-Park-Hotels verbucht werden, rund eine halbe Million Übernachtungen initiierte der Europa-Park zusätzlich in der Tourismusregion Schwarzwald. Dennoch ist das Beispiel Rust in diesem kostenintensiven und schnelllebigen Marktsegment der Branche eher die Ausnahme als die Regel.


Rahmenbedingungen verändern Freizeitverhalten
Die schrumpfende Bevölkerung bedeutet für die Nachfrage nach Freizeitimmobilien langfristig ein geringeres Potenzial. Größere Auswirkungen ergeben sich allerdings durch die veränderte Altersstruktur.
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